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life Herbe Sache

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Wie angekündigt probiere ich gerade alle mir geschenkten Cider durch und stoße auf immer neue Geschmackserlebnisse.
Cider No.1 ist heute “Olde English“. Kurz und knackig könnte man den Geschmack mit “so wie es klingt, schmeckt es auch” beschreiben. Für mich suggeriert dieser Name etwas Altes, Traditionelles. Etwas, was schon lange brauchte, um so zu sein, wie es ist. Ähnlich ist auch die Aufmachung. Grün überwiegt das Decor, traditionell ist die Schriftart. Der Untertitel verheißt einen “Medium Dry Cider”, “made with english apples”, was auch immer das für den Geschmack heißt? Derartig auf das Kommende vorbereitet machte ich mich an die Verkostung. Nach dem ersten Probeschluck war klar, dass Eis hier eindeutig nicht fehl am Platze ist. Die Intensität des Geschmacks hält das bisschen Extrawasser auch noch aus. Geschmacklich wirkt auch dieser Cider fruchtig auf der Zunge, allerdings mit einer leicht herben Note an den Zungenrändern. Von der herben Intensität liegt er damit leicht über “Strongbow”. Mir persönlich gefällt eine leicht herbe Note sehr gut, da man beim Trinken zuerst die fruchtig süße Note wahrnimmt und die herbe Seite erst im Nachgang zum Vorschein kommt. Zu empfehlen ist dieser Cider also Leuten, die außer dem erfrischenden und süßen Eindruck noch weitere, teils herbe, schmecken möchte.
Cider No.2 ist “Blackthorn“. Vom Slogan her würde hier “herb, herber, Blackthorn” passen. Allein der Name ruft innerlich schon dunkle Bilder hervor, dementsprechend fällt auch die Gestaltung der Dose aus. Schwarz ist die vorherrschende Farbe, gepaart mit gelben Einflüßen. Auch dieser Cider ist “made from english cider apples” und warnt seinen Trinker regelrecht mit dem Hinweise auf einen “ausgeprägt knackigen und trockenen Geschmack”. Im Glas strahlt er mit einer roten Farbe, um, fast wie im Tierreich, abschreckend zu wirken. Thema Eis: der verträgt einiges, also immer rein damit. Der erste Schluck ist schon fast etwas ernüchternd. Fruchtig, süßlich mit einer herberen Unternote als der “Olde English”. Wars das schon? Damit wäre er praktisch “Olde English” + x. X strebt in diesem Fall aber eher nicht gegen unendlich. Aber dann, der Nachgeschmack. Hm, ich rätsle bis heute was genau das sein könnte. Zum einen erinnert er an eine extrem herbe Apfelnote, zum anderen meine ich eine Biernote wahrnehmen zu können, was ja eigentlich nicht sein kann. Auf jeden Fall ist der Nachgeschmack sehr gewöhnungsbedürftig, geht aber sehr in Ordnung. Abschließend kann man diesen Cider fast nur erfahrenen Cidertrinkern auf der Suche nach etwas Neuem empfehlen, da man Neueinsteiger damit wohl eher verkraulen dürfte.

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