Das ich der elektronischen Unterhaltung in Form von Spielen nicht abgeneigt bin, ist hinlänglich bekannt.
Das mein Urteil über World of Warcraft (WoW) derart schlecht ausfallen würde, wusste jedoch nicht einmal ich.
Nun, wie komm ich zu World of Warcraft?
Hier der kurze Abriss: ich hab meinen Grafikkartentreiber aktualisiert und der spuckte, ohne mich zu fragen, eine Verknüpfung für eine “World of Warcraft”- Demo aus. Gut, dachte ich mir, vielleicht ist das die Gelegenheit mir mal nen Bild davon zu machen, was Millionen Spieler süchtig werden läßt. Also Account angelegt und die 10-Tage Demo gestartet.
1) Charaktergestaltung:
Mau. Um nicht zu sagen sehr mau. Auf jeder Seite 4 Rassen, Frau oder Mann, Haare, Farbe, fertig. Mir persönlich zu schlicht. Aber gut, Klamotten &Co gibts ja im Verlauf des Spiels.
2) Spielstart:
Der so vielgelobte leichte Einstieg für Neulinge (ich hab noch nie online ein Rollenspiel gespielt) ist auch mau. Bissl Vögel kloppen am Anfang, Leute anquatschen, und……rumlaufen. Laufen, laufen, laufen und nochmals laufen. Das nervt. Gerade zu Anfang. Bin dann in nem Dorf an einem Reittierhändler vorbeigekommen. Yippiehhhh, Problem erkannt, Problem gebannt. Und siehe da, Pustekuchen. Erst ab Level 30. Kurzer Blick auf meinen Stand: Level 4. Yes, das kann lange dauern.
Sicher, ich könnte durch die Gegend wackeln und weiter Hühner kloppen, dann warten bis sie vom Server neu generiert werden und weiterkloppen. Aber so abgef***** im Hirn bin ich noch nicht.
3) Spielmechanik:
Keiner erklärt dir am Anfang wie man spielt. Gegner anvisieren und klick (vgl. Dungeon Siege) oder das allseits bekannte Totklicken (vgl. Diablo)??? Nach 5 Minuten hat ichs dann. Und wie kann man bitte eine Minimap (Kleinfassung der Spielwelt in der oberen Ecke) ohne Missionziel ausrüsten???? Stundenlanges durch die Kante rennen ohne nen Plan wohin ist da nicht ausgeschloßen, genauso wie ständiges in den Auftrag gucken. “Ahh, Norden wars!”
Ich glaub, um dieses Spiel zu mögen muss man weit auf seine Urinstinkte zurückgreifen. Und zwar ganz weit. Jagen und sammeln ist angesagt. Und genau das ist das einzige im Spiel was im Ansatz Spaß macht. Noch ne Aufgabe erledigen und dann noch eine. Vlt gibts dann ja ne bessere Waffe oder coolere Rüstung. Und daher kommt wohl auch der Suchtfaktor. Die Story kanns nicht sein. Es gibt schlichtweg keine. Oder ich hab sie übersehen, weil ich nicht die dazugehörigen Romane gelesen hab oder sonstwie jeden Tag 3 Stunden Warcraft zocke (das normale Strategiespiel). Für mich eindeutig das größte Manko. Ich renne durch die Kante für nix.
4) Online-Gemeinschaft:
Ich lande grad aufm Server und mein Charakter hat noch nicht mal den Boden berührt, da hatte ich schon ne Gruppeneinladung in der Tasche. Hallo? Ich Level 1! Ich nix verstehen! Ansonsten haben sie sich angenehm zurückgehalten.
Bis zu dem Zeitpunkt, als ich meine Hauptstadt erreichte. Ich mein, ich bin mit dem ganzen Mist aufgewachsen. Aber Dinge wie LOL, ROFL, NP und wie sie alle heißen, triffst du dort allenfalls aufm Kindergeburtstag. Als Neuling verstehste da nix, aber auch gar nix. Und ich hab keinen Bock 10 Stunden zu spielen, bis ich alles drauf hab, oder mitm WoW- Wörterbuch neben dem Rechner zu sitzen.
Kostprobe gefällig? Hier: “suchen noch 1 pala heal 1 dudu hel und 2 range dds!”
Des Weiteren kann ich mir nicht vorstellen, dass das selbst zusammen mit Kumpels Spaß machen soll. Von der Verpflichtung immer online zu sein mal abgesehen.
Fazit:
Nach nur rund 2 Stunden Spielzeit sehe ich eigtl keine Veranlassung mehr warum ich noch weiter spielen sollte (das Ding hat monatliche Gebühren). Wenn jetzt die WoW- Anhänger kommen und mir erzählen wollen, dass das alles ja voll oberflächlich sei und das das richtige Spiel noch gut wird, dann muss ich sagen, dass für mich der Zug abgefahren ist. Wenn mich das Ding in den ersten Minuten nicht vom Stuhl haut (zumindest im Ansatz), hat es einen verdammt schweren Stand bei mir. Oder es sollte zumindest nicht so viele Negativeindrücke hinterlassen.
Da zocke ich doch lieber zum 5. Mal Call of Duty 4 durch.