Unsere Abteilung hatte an einem halben Tag in der letzten Woche Besuch. Einen sogenannten BOGI.
Die Abkürzung steht für berufsorientierten Gymnasiasten. Und natürlich wurde mir, dem Praktikanten, die Ehre zu Teil mich um ihn zu kümmern.
Grundsätzlich kann man sich unter einem berufsorientierten Gymnasiasten einen Schüler vorstellen, der eine Woche lang in einen Berufszweig seiner Wahl reinschnuppern darf. Sinniger Weise sucht man sich für so etwas natürlich die berufliche Ecke aus, in der man sich vorstellen könnte später einmal zu landen.
Der Zeitpunkt eines solchen Kurzpraktikums kann durchaus verschieden gesetzt werden. So wurde mir schon von 12jährigen Teilnehmern erzählt, denen man dann natürlich nur schwer etwas vermitteln kann. Meiner war 17.
Da saß ich also nun und referierte fleißig über Steuergeräte, Automatisierung, Sinn und Zweck des Ganzen, benutzte viele Fachtermini, erläuterte Grundlagen der höheren Mathematik und programmierte quasi im Nebenhergehen verbal den kompletten Prüfstand neu. Kurze Rückfrage, ob auch alles soweit klar war. Reaktion: große erstaunte Augen und der zarte Hinweis, das er erst im Rahmen der Berufsorientierung in Kontakt mit Programmierung und Matrizen kam.
Gut. Soweit, so versagt. Das kommt wohl davon, wenn man den ganzen Tag in seinem Fachgebiet zu tun hat und dann wenig realisiert, dass fachfremde Menschen ja überhaupt nix damit anfangen können. Ich rettete dann die Situation, indem ich grundlegende Dinge erzählte, mit denen er auch etwas anfangen konnte und ließ ihn ein wenig mitdenken.
Neue Reaktion: Rückfragen. Ein gutes Zeichen für mich.
Am Ende verabschiedete er sich artig und ich hoffte inständig, ihn durch den erlebten Tag nicht dazu bewogen zu haben sein Berufsziel fernab der Technik zu suchen.